Meine Vision

Meine Vision vom Weg in eine bessere Welt

Die Welt von heute ist nicht die Welt, in der alle Menschen friedlich mit einander leben. Alle Menschen wollen für sich das beste. Sie wollen unabhängig von ihrer religiösen oder weltanschaulichen Ausrichtung den Frieden und ein schönes Leben. Wenn alle eigentlich dasselbe wollen, wieso wird es dann nicht verwirklicht? Dies ist meine Vision von einem Weg in eine bessere Welt. Mir ist klar, dass diese bessere Welt nicht auf Knopfdruck zu erreichen ist. Aber das einzige Hindernis, das dem Weg der Menschen in eine bessere Zukunft versperrt, ist der Mensch selbst.

Wenn der Mensch selbst das Hindernis ist, dann liegt auch der Weg in die bessere Welt im Menschen selbst. Die Frage ist also, warum gelingt es den Menschen nicht, den Weg zu beschreiten? Meine Hypothese: Weil es an einer Vision, also an einem Ziel fehlt, das so auf die Menschen ausgerichtet ist, dass es dem Wesen und der Natur aller Menschen gerecht wird. Dazu müssen die Fragen gestellt werden, die jeden Menschen bewegen. Und auf diese Fragen müssen möglichst gute Antwort-Hypothesen gefunden werden.

  • 1. Was ist der Sinn des (meines) Lebens?
  • 2. Was sind die Grundlagen von Lebensglück?
  • 3. In welchem Werte-Koordinaten-System will ich leben?
  • 4. Wie will ich mit anderen Menschen umgehen?

1. Die Frage nach dem Sinn des Lebens

Die zentrale Frage jedes Menschen lautet: Was ist der Sinn des (meines) Lebens?

Meine Antwort-Hypothese:
Der Sinn des Lebens ist dort zu finden, wo die Steuerung des Lebens zu finden ist, nämlich im Lebensglück.

Deshalb besteht der Sinn des Lebens aus 4 gleichwertigen Sinngehalten:

1.1 Der Sinn des Lebens ist, selbst möglichst oft und möglichst lang anhaltend Glücksgefühle zu erleben, ohne dies auf Kosten von anderen zu tun.

1.2 Der Sinn des Lebens ist, dazu beizutragen, dass anderes Leben selbst auch diese Glücksgefühle erleben kann.

1.3 Der Sinn des Lebens ist, dafür zu sorgen, dass die nächsten Generationen auch diese Glücksgefühle erleben können und dass diese nächsten Generationen selbst in der Lage sind, anderem Leben zu Glücksgefühlen zu verhelfen und das alles an die Folgegenerationen weiterzugeben.

1.4 Der Sinn des Lebens ist, … (?)
Ich erläutere jetzt im Einzelnen, was mit diesen Sinngehalten gemeint ist.

1.1 selbst Glücksgefühle erleben

Der Sinn des Lebens ist, selbst möglichst oft und möglichst lang anhaltend Glücksgefühle zu erleben, ohne dies auf Kosten von anderem Leben zu tun. Hier geht es um den Sinn des Lebens, soweit er sich auf den Einzelnen bezieht. Es wird allgemein beschrieben, wie das Handeln von Tieren, aber auch von Menschen ausgelöst wird. Das Handlungsmotiv von Mensch und Tier ist ein Glücksgefühl. Alles Leben ist vom Instinkt her darauf ausgerichtet, Glücksgefühle zu empfinden und Schmerzen zu vermeiden. Das sind die beiden Steuerungselemente, die allem Leben eingegeben sind. Das ist das Belohnungssystem der Glückshormone, auf das alles Leben konditioniert ist. Tiere sind vollständig instinktgesteuert. Der Wechsel von Tag und Nacht, von Ruhe- und Handlungszeiten bestimmt das ganze Leben. Die Bedürfnisse des Körpers, wie Hunger, Durst oder Müdigkeit, verursachen durch Botenstoffe Signale im Körper, die dann das Verhalten auslösen und bestimmen. Lange Zeit beherrschte der vom Instinkt bestimmte tägliche Kampf ums Überleben auch das Leben des Menschen. Aber die Instinkte konnten mit Hilfe des Verstandes immer mehr durchbrochen werden. Sitten und Gebräuche überlagerten in immer größerem Maße die Instinkte oder traten an deren Stelle.

Die Einschränkung, die eigenen Glücksgefühle nicht auf Kosten von anderen zu erleben, muss ihrerseits eingeschränkt werden. Denn bei der Ernährung ist es unvermeidbar, in anderes Leben einzugreifen. Um dem Grundsatz, das eigene Glücksgefühl nicht auf Kosten von anderem Leben anzustreben, dennoch möglichst gerecht zu werden, ist bei der Ernährung darauf zu achten, möglichst weit unten in der Nahrungskette einzugreifen. Das lässt dann erwarten, den geringsten Schaden am Lebensglück anderen Lebens zu verursachen.

Diese eingeschränkte Einschränkung ist bei den Tieren in den Instinkt und in ihren Fähigkeiten mit „eingebaut“. Wie die Tiere ihren Hunger stillen, pflanzlich oder durch das Töten von anderen Tieren, ist vom Instinkt vorgegeben und von den körperlichen Fähigkeiten begrenzt. Tiere jagen und töten im Allgemeinen nur Tiere, die vom Instinkt als Beutetiere vorgegeben sind und die sie zum Stillen des Hungers benötigen. Innerhalb der eigenen Art wird in der Regel nicht getötet. Beim Menschen ist der Eingriff in das Lebensglück anderen Lebens nicht mehr durch Instinkt und Fähigkeiten auf das notwendige Maß begrenzt und vorgegeben. Mit Hilfe des Verstandes und durch die Weitergabe von Wissen hat der Mensch gelernt, Werkzeuge herzustellen, die seine körperlichen Fähigkeiten bei der Jagd immer weiter vergrößern. So hat der Mensch die Fähigkeit erworben, fast unbegrenzt jedes Tier jeder Art töten zu können, auch ohne Sinn und eigenen Nutzen. Wie der Mensch seinen Hunger stillt, pflanzlich oder durch das Töten von Tieren, hängt von der Lebensumgebung und von den Sitten und Gebräuchen ab, unter denen der Mensch aufwächst.

So, wie der Mensch fast unbegrenzt Tieren töten kann, kann der Mensch auch andere Menschen in unbegrenzter Zahl töten. Die natürlichen Instinkte zum Schutz der eigenen Art, wie sie im Tierreich wirksam sind, werden ausgeschaltet oder überlagert. Feindbilder werden als Tötungsmotive erfunden. Die Waffen, wie Gewehre, Kanonen und Bomben, wirken so weit entfernt, dass die Instinkte zum Schutz der eigenen Art ausgeschaltet sind. Der Schütze sieht das Leiden der Getroffenen nicht.

Aber auch ohne Töten oder körperliches Verletzen wird das Lebensglück auf dem Unglück anderer Menschen gesucht. Macht- und Geldgier führen zu einem rücksichtslosen Verhalten, das von Instinkten gesteuert wird, die ihren Sinn, den sie einmal in der Evolution gehabt haben mögen, verloren haben. Sitten und Gebräuche, die bei den Naturvölkern vorhanden sind, um diese schädlichen Instinkte zu begrenzen und damit den Einklang mit der Schöpfung sicherzustellen, sind in der modernen Welt nicht mehr wirksam. In der westlichen Welt geraten Religionen immer mehr aus dem Blickfeld. Das sittliche und moralische Handeln wird immer mehr durch ein Handeln ersetzt, das sich rücksichtslos an den Möglichkeiten orientiert, eigene Glücksgefühle zu erleben.

Die hier aufgeführten Einschränkungen beim Streben nach Glücksgefühlen bilden also den übergeordnete Maßstab, jenseits von übrig gebliebenen Instinkten und herausgebildeten Sitten und Gebräuchen, um das Handeln des einzelnen Menschen in die Grenzen zurückzuführen, die im Tierreich durch die Instinkte vorgegeben sind.

1.2 anderem Leben helfen, selbst Glücksgefühle zu erleben

Der Sinn des Lebens ist, dazu beizutragen, dass anderes Leben selbst Glücksgefühle erleben kann.

Hier geht es also um das Miteinander der Einzelnen. Im Tierreich ist dieses Ziel in die Genetik und die Instinkte „eingebaut“. Im Ökosystem der Evolution hat jedes Tier seine Rolle, die mit den anderen Tieren abgestimmt ist. Der moderne Mensch ist aus diesem Ökosystem ausgebrochen. Da der Mensch nahezu unbegrenzte Möglichkeiten hat, in der Welt zu wirken, hat der Mensch nicht nur die Aufgabe, sein Streben nach Glücksgefühlen so zu gestalten, dass kein unnötiger Schaden am Lebensglück anderen Lebens entsteht. Der Verstand mit den Fähigkeiten zum Denken und Erkennen geben dem Menschen vielmehr auch die Aufgabe, die Welt und alles Leben aktiv zu schützen und zu bewahren. Aber auch für die Menschen untereinander besteht die Aufgabe darin, das Lebensglück aktiv gerecht unter den Menschen zu verteilen. Der Rollentausch im Kopf ist der Maßstab. Das wird durch den humanistischen Grundsatz zum Ausdruck gebracht, „behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.“ Die gleiche Bedeutung hat der Reim, „was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“)

Hier wird also ein übergeordneter Maßstab formuliert, der nicht nur das Handeln in die Grenzen zurückzuführen, die im Tierreich durch die Instinkte und die Ökosysteme vorgegeben sind. Vielmehr wird der Einzelne dazu angehalten, aktiv das Lebensglück anderen Lebens zu fördern.

1.3 Weitergabe an die nächsten Generationen

Der Sinn des Lebens ist, dafür zu sorgen, dass die nächsten Generationen auch diese Glücksgefühle erleben können und dass diese nächsten Generationen selbst in der Lage sind, anderem Leben zu Glücksgefühlen zu verhelfen und das alles an die Folgegenerationen weiterzugeben.

Hier geht es also um das Miteinander der Einzelnen in der Zukunft. Der Trieb, sich innerhalb der eigenen Art zu vermehren, ist auch von Glückshormonen gesteuert. Im Tierreich bilden Instinkte und die Ökosysteme den festen vorgegebenen Rahmen. Dieser Rahmen stellt sicher, dass auch folgende Generationen selbst die selben Glücksgefühle erleben und weitergeben können wie ihre Vorfahren. Da der Mensch sämtliche Grenzen überschreiten bzw. unberücksichtigt lassen kann, ist es wichtig, die Beschränkungen beim Streben nach Glücksgefühlen genauso aktiv und bewusst an die Kinder weiterzugeben, wie das Bewusstsein für das Lebensglück anderer aktiv zu fördern und das alles an die Folgegenerationen weiterzugeben. Damit kann der Weg in eine glücklichere Zukunft der Menschheit und der Welt aktiv gestaltet werden.

Hier wird also ein übergeordneter Maßstab formuliert, der, jenseits von übrig gebliebenen Instinkten und herausgebildeten Sitten und Gebräuchen, das Handeln der Menschen in die Grenzen zurückführen soll, die im Tierreich durch die Instinkte und Ökosysteme vorgegeben sind. Dieser Maßstab hat die Aufgabe, das Erleben und die Förderung von Glücksgefühlen an zukünftige Generationen und damit den Weg in eine glücklichere Zukunft der Menschheit und der Welt aktiv zu gestalten und zu sichern.

1.4 Sinn des Lebens aus der Betrachtung der Vergangenheit

Hier ist die grundsätzliche Frage zu stellen, wo der Grund für die ganze Evolution und das ganze Universum liegt.
Warum gibt es nicht nichts? Meine Hypothesen zu dieser Frage möchte ich zunächst zurückstellen und die Frage unbeantwortet lassen.

2. Die Frage nach den Grundlagen von Lebensglück

Aus der Hypothese, dass die Frage nach dem Sinn des Lebens mit dem Erleben von Glücksgefühlen zu beantworten ist, ergibt sich die weitere Frage: Was sind die Grundlagen dieses Lebensglücks?

Meine Antwort-Hypothese: Die Befriedigung der wirklichen Bedürfnisse.

Im Einzelnen:
Bedürfnisse sind von den Strategien zu unterscheiden, die darauf ausgerichtet sind, die Bedürfnisse zu befriedigen.
Jedes Bedürfnis hat einem unmittelbaren Anknüpfungspunkt zum Inneren des Selbst.
Dadurch unterscheidet sich das Bedürfnis von einer Strategie oder einem Mittel der Strategie zur Befriedigung des Bedürfnisses.

2.1 Liste der Bedürfnisse

Hier eine Liste der Bedürfnisse, die ich gefunden habe:

Abgrenzung, Abwechslung, Abwechselungsreichtum, Achtsamkeit, Akzeptanz, Anerkennung, Anregung, Ästhetik, Aufmerksamkeit, Aufrichtigkeit, Ausgewogenheit, Ausruhen, Austausch, Authentizität, Autonomie, Bedeutung, Beitrag, Bewegung, Bewusstheit, Bildung, Dankbarkeit, Distanz, Effektivität, Ehrlichkeit, Einbezogen sein, Eindeutigkeit, Einfühlsamkeit, Einfühlung, Einklang, Empathie, Engagement, Entfaltung, Entspannung, Entwicklung, Erfahrung, Erfolg im Sinne von Gelingen, Erholung, Feedback, Feiern, Freiheit, Freude, Freundschaft, äußerer Friede, innerer Friede, Ganzheit, Geborgenheit, Gemeinschaft, Gerechtigkeit, Gesundheit, Gleichbehandlung, Glück, Harmonie, Heilung, Humor, Identität, Individualität, Inspiration, Integrität, Intimität, Klarheit, Kompetenz, Kongruenz, Kontakt, Kraft, Kreativität, Lebenserhaltung, Leichtigkeit, Lernen, Liebe, Luft, Menschlichkeit, Mitgefühl, Nähe, Nahrung, Offenheit, Ordnung, Privatsphäre, Respekt, Rückmeldung, Ruhe, Schlaf, Schutz, Selbstbestimmung, Selbstentfaltung, Selbstverantwortung, Selbstverwirklichung, Sexualität, gefühlsmäßige Sicherheit, körperliche Sicherheit, Sinn, Spaß, Spiel, Spiritualität, Stimmigkeit mit sich selbst, Struktur, Tiefe, Toleranz, Trauern, Übereinstimmung mit den eigenen Worten, Übersicht, Unterkunft, Unterstützung, Verantwortung, Verbindlichkeit, Verbindung, Verbundenheit, Verständnis im Sinne von verstanden = „gesehen“ werden, Vertrauen, Wachstum, Wahrgenommen werden, Wahrhaftigkeit, Wärme, Wasser, Wertschätzung, Wissen, Würdigung, Zugehörigkeit, Zusammenarbeit.

2.2 Zuordnung und Befriedigung der Bedürfnisse

Alle Bedürfnisse lassen sich aus 4 Bestandteilen darstellen, wie sich jede Farbe aus 4 Bestandteilen herstellen lässt.

+ Gesundheit – steht für das Wohlbefinden des Körpers und der Seele.

+ Liebe – steht für das Verhältnis zu anderen Menschen.

+ Wissen – steht für Fachwissen, Erfahrungen, Fähigkeiten, Fertigkeiten.

+ Harmonie – steht für Ausgeglichenheit, Einklang mit sich selbst und der Welt.

Eigentlich umfasst Harmonie alles, auch die ersten 3 Bestandteile, aber die Aufteilung macht es anschaulicher. So kommt es, dass Harmonie oft dann enthalten ist, wenn sich das Bedürfnis nicht vollständig mit Gesundheit, Liebe und Wissen erfassen lässt.

Die Politik hat die Aufgabe, die Grundlagen und die Freiräume zu organisieren, in denen jeder einzelne seine Bedürfnisse in seiner eigenen Zusammensetzung der Einzelbedürfnisse befriedigen kann.

Die Befriedigung dieser Bedürfnisse ist das Ziel jedes einzelnen und zugleich der Sinn des Lebens selbst. Von der Grundstruktur her ist klar, dass gleiches Recht für alle gilt. Wenn jedem Menschen ein gleichgroßer Lebenskreis auf einer Ebene zusteht, entsteht ein Blumen- oder Wabenmuster. Jedem steht es zu, das Lebensglück, also alle Bedürfnisse, mit Hilfe und innerhalb dieser Wabe zu verwirklichen. Die Beziehungen zu anderen Waben dienen nicht dazu, die Grenzen zu verändern, sondern sie dienen dazu, sich gegenseitig in der Erreichung des eigenen Lebensglücks zu unterstützen.

Wie das Innere der Waben selbst und die Beziehungen unter den Waben gestaltet werden sollten, wird in den folgenden beiden Punkten behandelt.

3. betrifft die Ausgestaltung der Menschen- und Lebens-Wabe, also das Selbstverständnis des einzelnen Menschen, die innere Haltung und das eigene Werte-Koordinatensystem.

4. betrifft die Art und Weise des Umgangs der Menschen miteinander.

3. Die Frage nach dem eigenen Werte-Koordinatensystem – Lüge oder Wahrheit

3.1 Bild (der Werte-Koordinatensysteme) „Lüge oder Wahrheit“

gezeichnetes bild zum thema luege oder wahrheit

3.2 Zur Entstehung des Bildes „Lüge oder Wahrheit“

Wie ist das Bild „Lüge oder Wahrheit“ entstanden?

Meine Tochter hat mich dazu angeregt zu einer Zeit (2009) als sie weit von ihren Eltern entfernt war, selbst wenn sie mit ihnen sprach, von Angesicht zu Angesicht vor ihnen stand und vorgab, vom wirklichen Sein zu sprechen.

Ich weiß bis heute nur sehr wenig von dieser Zeit, weil ich meinen Blick nicht von Dortmund quer durch das Ruhrgebiet fortwährend auf sie werfen konnte. Heute sieht sie dem Wertvollsten von meiner Geschäfts-Homepage noch sehr ähnlich. Ich weiß auch nicht, ob und wie viel die beiden Din-A4-Blätter und der Anleitungs-Text wirklich zu der erfreulichen Entwicklung bis heute beigetragen haben. Der Hauptgrund war ganz sicher der neue Freund, dem ich immer noch sehr dankbar bin.

3.3 Meine Gedanken zu den Werte-Koordinatensystemen Lüge oder Wahrheit

Jeder Mensch muss sich im Leben entscheiden zwischen dem Werte-Koordinatensystem der Lüge und der Wahrheit.

Es ist eine Frage des Selbstverständnisses, der inneren Haltung. Auf welcher Seite fühle ich mich besser? Die einmal getroffene Entscheidung wirkt weiter fort. Eine Lüge erfordert die nächste Lüge. Eine Fassade wird aufgebaut, die durch weitere Lügen aufrechterhalten werden muss. Das Vertrauen hat keine Grundlage mehr.
Das Koordinatensystem ist ein Kompass für die Frage, wie soll ich mich entscheiden. Wohin passt die eine Entscheidung besser, wohin die Alternative? Das Koordinatensystem ist auch ein Kompass für die Zuordnung von anderen Begriffen. Bei der Zuordnung von anderen Begriffen braucht man sich nur zu fragen, wohin passt dieser Begriff besser und wohin passt das Gegenteil?

Im Koordinatensystem der Lüge muss ich zwei Welten im Kopf verarbeiten – die Welt der von mir erkannten Wahrheit und die Welt meiner vorgegebenen Scheinwahrheit. Das macht unnötigen Stress. Ich habe dann von mir selbst die Vorstellung, nicht vertrauenswürdig zu sein. Ich werde zum Objekt meiner eigenen Verurteilung. Dieser Verurteilung kann ich nur durch Selbsttäuschung zu entgehen versuchen. Die Lüge trennt mich von meinen Mitmenschen. Statt der Befriedigung der wirklichen Bedürfnisse muss ich nach Ersatzbefriedigungen und Zerstreuung suchen. Anders ist der tägliche Schmerz nicht zu ertragen, der dadurch verursacht wird, dass ich meine wahren Bedürfnisse nicht befriedigen kann. Ich finde niemanden, der bereit und in der Lage ist, mir das zu geben, was ich brauche. Obwohl ich von vielen Menschen umgeben bin, ist es mein Schicksal, in meinem Inneren genauso allein zu sein, wie die Menschen um mich herum. Wir leben gemeinsam und doch allein, jeder gefangen hinter den Fassaden seiner Scheinwelt.

Ich entscheide mich für das Werte-Koordinatensystem der Wahrheit. Hier ist es viel leichter zu leben. Ich halte mich an das, was ich als Wahrheit erkennen kann. Ich habe nur eine Welt im Kopf. Ich habe ein gutes Selbstwertgefühl. Ich bin mit mir selbst im Reinen. Nur im Werte-Koordinatensystem der Wahrheit können die wirklichen Bedürfnisse des Menschen befriedigt werden. Offenheit und Vertrauen bestimmen meinen Umgang mit meinen Mitmenschen. Ich kann mir das leisten, weil ich mich immer nach meinem Kenntnisstand von der Wahrheit ausrichte, egal mit wem ich in Beziehung trete.

Wer mein Vertrauen missbraucht, hat ein Problem mit seinem Selbstbild und seinem Selbstwertgefühl, nicht ich. Wer zur Lüge greift, zieht genauso eine Mauer zwischen sich und mir. Das gleiche gilt, wenn er sich eines anderen Begriffs aus dem Werte-Koordinaten-System der Lüge bedient. Er hat die Trennung vollzogen, nicht ich.

3.4 Was ist Wahrheit?

Um zu verstehen, was Wahrheit (lat.: Veritas, römische Göttin der Wahrheit, kurz: Vera) ist, muss man wissen, was die ganze Wahrheit, die absolute Wahrheit ist: Das Sein.

Die absolute Wahrheit über ein Sandkorn könnte niemand in seinem Leben in Worte fassen.

Denn jedes einzelne Atom hat eine spezielle Lage innerhalb des Sandkorns heute, aber auch eine 13,8 Mrd. Jahre alte Geschichte der Umformung und Lageveränderung innerhalb des Universums.

Die absolute Wahrheit, die reine vollständige Wahrheit ist also für den menschlichen Gebrauch absolut unbrauchbar.

Wenn wir von Wahrheit sprechen, meinen wir einen winzigen Ausschnitt der reinen Wahrheit, den wir unter einem besonderen Gesichtspunkt ausgewählt haben. Da jeder Mensch physikalisch und psychologisch einen anderen Standpunkt in der Welt und damit ein anderes Bild von der Welt haben muss, ist jeder Versuch der wahren Darstellung immer nur die eigene persönliche Hypothese über die Wahrheit des ausgewählten Ausschnitts vom tatsächlichen Sein.

Das gilt auch für mich. Deshalb ist jede von mir behauptete Wahrheit meine derzeit persönlich beste Hypothese von dem ausgewählten Ausschnitt der absoluten Wahrheit. Eine bessere Hypothese ist mir jederzeit willkommen, wenn sie überzeugend begründet wird.

Vera: Vera (Vorname) (Ausschnitt aus Wikipedia – Stand 12.10.2016) Herkunft und Bedeutung des Namens Der Name stammt aus dem slawischen Sprachraum und bedeutet „Glaube, Zuversicht, Vertrauen“. Er ist einer der drei nach den christlichen Tugenden benannten Namen (siehe auch Ljubow und Nadeschda). Alle drei sind Übersetzungen der griechischen Namen Pistis („Glaube“, lat. fides), Elpis („Hoffnung“, lat. spes) und Agape („Liebe“, lat. caritas), die mit der Verehrung der gleichnamigen Heiligen nach Russland kamen; die Mutter der legendarischen Heiligen war Sophia („Weisheit“, lat. sapientia). Daneben existiert Vera im Lateinischen mit der Bedeutung „wahr“ bzw. „die Wahre“. … Namenstag ist der 24. Januar.

4. Die Frage ist, wie will ich mit anderen Menschen umgehen?

Ich möchte mich an die Prinzipien der sog. „Gewaltfreien Kommunikation“ (GfK) nach Marshall B. Rosenberg halten.
Ein Interview mit Marshall B. Rosenberg kann im Internet kostenlos heruntergeladen werden unter dem Link:
http://serena-rust.de/upload/PDF/2004-05.MultiMind.Interv.pdf .
Besonders hilfreich ist für mich die darin enthaltene tabellarische Übersicht über die 4 Schritte.
Wichtig sind dabei folgende Unterscheidungen:

  • Die unabhängige Beobachtung ist zu unterscheiden von der Interpretation und Bewertung.
  • Gefühle sind zu unterscheiden von Gedanken.
  • Bedürfnisse sind zu unterscheiden von Wünschen und Strategien.
  • Bitten sind zu unterscheiden von Forderungen.

Statt GfK bevorzuge ich die Bezeichnung: „Einfühlsame Gesprächsführung“. Aber auch das wird dem umfassenden Konzept nicht gerecht. Wie der Tabelle zu entnehmen ist, richtet sich das Gespräch zunächst an mich selbst. Die Selbsteinfühlung ist die Grundlage für alle weiteren Schritte. Es geht darum zu erkennen, welcher Sachverhalt verursacht in mir selbst welches Gefühl, das wiederum auf welchem Bedürfnis beruht. Unerfüllte Bedürfnisse führen zu einer Bitte an einen anderen Menschen, erfüllte Bedürfnisse zu einem begründeten Dank. Ohne Selbsteinfühlung versteht ich mich selbst nicht und kann deshalb auch nicht erwarten, dass andere Menschen mich verstehen. Die Selbsteinfühlung ist die Grundvoraussetzung für einen gelingenden Umgang mit anderen Menschen.

Erst wenn die Selbsteinfühlung gelungen ist, bin ich dazu fähig, mich auch in die Lage eines anderen Menschen hineinzufühlen. Auf der rechten Seite der Tabelle geht es für mich darum, durch einen Rollentausch im Kopf in die Haut meines Gegenübers zu schlüpfen. Ich versuche dann, die Gefühle und Bedürfnisse zu erraten, die mein Gegenüber bei seiner Selbsteinfühlung erkennt. Ohne die Verzerrung durch meine eigenen Gefühle und Bedürfnisse versuche ich, mich mit dem Standpunkt meines Gegenübers zu verbinden. Dann bin ich dazu in der Lage, dazu beizutragen, einen für beide Seiten annehmbaren Weg zu erkennen und gemeinsam zu gehen.

Ergänzend empfehle ich das kleine Büchlein von Serena Rust, „Wenn die Giraffe mit dem Wolf tanzt“.